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Rheinische Post: Kommentar
Merkels Schicksal = Von Michael Bröcker

Düsseldorf (ots) - Die stets rational agierende Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit der wohl emotionalsten Entscheidung ihrer Amtszeit nicht nur einige Unionsabgeordnete und die CSU, sondern auch große Teile der Bevölkerung gegen sich aufgebracht. Mit der medial inszenierten Entscheidung, die Flüchtlingspolitik im Kanzleramt zu koordinieren (ja, wo denn sonst?), verknüpft sie nun offiziell ihr Schicksal mit der Flüchtlingskrise. Die Bewältigung des Chaos ist Merkels Agenda 2010. Gerhard Schröder hat damals in Regionalkonferenzen versucht, die Kritiker seiner Reformen milde zu stimmen. Vergeblich. Merkel versucht nicht einmal das. Fast ein wenig beleidigt wiederholt sie ihr Mantra "Wir schaffen das", ohne das langfristige Konzept für die Integration von Millionen Fremden zu präsentieren. Wir schaffen das? Nur wenn viel mehr Personal, Geld und Unterstützung in die Kommunen fließt. Nur wenn konsequent abgeschoben wird, wer nicht asylberechtigt ist. Nur wenn Europa das Problem europäisch löst. Ganz schön viele Bedingungen.

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