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Rheinische Post: Erdogans Kalkül Kommentar Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Pogrom-Stimmung in der Türkei: Ein nationalistischer Mob zündet kurdische Geschäfte und Parteibüros an, macht Jagd auf Kurden. Gleichzeitig stürmen Randalierer die Redaktionen regierungskritischer Medien. Die Polizei sieht tatenlos zu. Auf der anderen Seite ermordet die kurdische Terrortruppe PKK türkische Polizisten. Und der mächtigste Politiker des Landes, Präsident Recep Tayyip Erdogan, bläst noch in die Flammen. Es war das historische Verdienst von Erdogan, die Aussöhnung mit den Kurden als Premierminister vorangetrieben zu haben. Bis die Kurdenpartei HDP bei den Parlamentswahlen im Sommer sehr gut abschnitt und damit Erdogans AKP die absolute Mehrheit kaputtmachte. Seither verleumdet Erdogan die HDP als Hilfstruppe der PKK. Mit Blick auf die für den 1. November angesetzten Neuwahlen will er die lästige HDP schwächen. Der eskalierende Kurdenkonflikt kommt ihm da wie gerufen, um das Land zu polarisieren und seine Wählerschaft um sich scharen. Ein gefährliches Kalkül. Die Türken könnten Erdogans Machthunger mit einem Bürgerkrieg bezahlen.

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