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Rheinische Post: Kommentar
Zahnlos-Regel für Unis = Von Jan Drebes

Düsseldorf (ots) - Angesichts der Rohstoffknappheit in Deutschland ist Wissen wichtigstes Kapital. Was man dafür braucht? Chancengerechtigkeit und Zugang zu Bildung für jedermann, exzellente Schul- und Hochschulbildung und nicht zuletzt attraktive Arbeitsmöglichkeiten für hoch qualifizierte Fachkräfte. So viel zu den Sonntagsreden. Doch Letzteres ist das Problem: An vielen Hochschulen gibt es einen unheilvollen Trend zu extrem kurzen Arbeitsverträgen. Dabei ist es zwar wichtig, dass Universitäten bei der Einstellung von Wissenschaftlern zum Wohle des Fortschritts flexibel bleiben - jeden Vertrag zu entfristen wäre auch keine Lösung. Aber wer Arbeitsverträge mit weniger als einem Jahr Laufzeit vergibt, wird schnell unattraktiv. Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat daher im Ansatz recht, Kurz-Verträge zu bekämpfen. Ihr Gesetzentwurf lässt Unis aber wohl auch künftig viele Schlupflöcher. So ist etwa die Definition zur Dauer einer Promotion, an der sich künftige Verträge orientieren sollen, so schwammig, dass das Gesetz droht, ein zahnloser Papiertiger zu werden.

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