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Rheinische Post: NRW rückt in der Trauer zusammen

Düsseldorf (ots) - Nordrhein-Westfalen ist mit mehr als 50 Opfern das emotionale Epizentrum dieser schrecklichen Flugzeugkatastrophe. Trauerflor und Halbmast sind die Zeichen dieser Tage, Kondolenzbücher der Versuch, in Worte zu fassen, was nicht zu fassen ist. Die Trauer vereint ein Land, das sich gerne und oft in regionalen und politischen Frontstellungen entzweit. So war es auch nach der Love-Parade-Tragödie. Das Bindestrich-Land wächst in Trauer zusammen. Vielleicht ist das eine kleine Insel in dem Meer voller Tränen. Kanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft haben kluge Worte des Beileids gefunden und aufrichtige Anteilnahme erkennen lassen. Das ist gut. Bei einer nationalen Schockstarre sind es auch politische Repräsentanten, die Identität stiften und Trost spenden können. Doch bleibt die große Last bei den Verwandten und Freunden der Angehörigen der Opfer. Sie müssen Menschen aufrichten, die ihre Liebsten verloren haben. Wie vermittelt man den Eltern der toten Schüler in Haltern, dass das Leben noch einen Sinn hat? Wer kümmert sich um die schulpflichtigen Kinder des gestorbenen Ehepaars aus Meerbusch? Wer ist für die Eltern der jungen Düsseldorfer Opernsängerin und ihres Mannes da, die mit ihrem Baby in den Tod flogen? Diese Helfer sind es, die zu Helden in der Tragödie werden können. Denn die Betroffenen werden ein Leben lang Trost benötigen, oft auch einfach jemanden, der ihnen zuhört. Das ist es, was Familie und Freundschaft, was Gemeinschaft im Kern ausmacht. Da sein, wenn man eigentlich keine Zeit hat, wenn die Rasanz des Alltags einen wieder voll im Griff hat und der Schrecken aus den Schlagzeilen verschwunden ist. "Gestern waren wir viele, heute sind wir alleine", haben die Halterner Schüler auf ein Plakat geschrieben. Genau andersherum kann es auch richtig sein.

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