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Rheinische Post: Biedenkopf: Kohl bereit zur Verschiebung der Euro-Einführung

Düsseldorf (ots) - Der frühere Ministerpräsident von Sachsen, Kurt Biedenkopf (CDU), erklärte zur neuen Debatte über die Gemeinschaftswährung, dass Bundeskanzler Helmut Kohl bereit gewesen sei, die Einführung des Euro zu verschieben. Kohl, so Biedenkopf im Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagausgabe), sei bis kurz vor Einführung des Euro der Meinung gewesen, dass eine Währungsunion ohne eine wirksame Kontrollinstanz für die Euro-Zone Unsinn sei. Aber Kohl sei richtigerweise der Ansicht gewesen, dass der Vorschlag zur Verschiebung der Euro-Einführung von den Franzosen kommen müsste. Biedenkopf sagte in Erinnerung an Gerhard Schröders Wort vom Euro als "kränkelnden Frühgeburt": "Schröder war nicht der einzige Kritiker. Der Freistaat Sachsen war 1998 als einziges Land im Bundesrat, das der Einführung des Euro zum frühen Zeitpunkt nicht zustimmte." Biedenkopf warnte die Deutschen vor Griechenland-Schmähung: Würde die Bundesregierung von unserer Bevölkerung auch nur einen Bruchteil der von Griechenland geforderten Strukturveränderungen verlangen, wäre in Deutschland die Hölle los.

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