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Rheinische Post: Kommentar
Egotrip in Budapest = Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Bei ihrem Besuch in Ungarn konnte Angela Merkel schon mal üben, wie man mit einem EU-Land umgeht, dessen Regierung zwar demokratisch gewählt ist, aber in mancherlei Weise wenn nicht gegen den Buchstaben so doch gegen den Geist der Gemeinschaft verstößt. Wirkt doch der zunehmend autokratische Stil, den Ungarns konservativer Premier Viktor Orbán an den Tag legt, wie das bizarre Spiegelbild des Konfrontationskurses gegenüber den EU-Partnern, den der neue linke griechische Regierungschef Alexis Tsipras fährt. Es geht nicht um Undankbarkeit, auch wenn Ungarn jedes Jahr mit rund vier Milliarden Euro von der EU alimentiert wird. Vom Sanierungsfall Griechenland mal ganz zu schweigen. Es geht um mehr, es geht um den europäischen Zusammenhalt. Deswegen sollten sich die Regierungen in Athen wie Budapest sehr genau überlegen, welche Folgen ein politischer Egotrip haben kann. Wer einseitig die Spielregeln aufkündigt oder sich von Russlands Wladimir Putin als EU-Spalter instrumentalisieren lässt, der hat auch jeden Anspruch auf Solidarität verwirkt.

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