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Rheinische Post: Kommentar
Den Scharfmachern eine Lehre erteilen = Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Es ist eine Floskel, wie man sie in solchen Augenblicken sagt. Aber es ist auch eine Gewissheit. Nichts rechtfertigt heimtückischen Mord und Terror, wie wir ihn gestern im Herzen von Paris erlebt haben. Die Täter, die sich als "Gotteskrieger", als "Rächer" im Namen einer Religion präsentieren, sind nichts anderes als feige Killer. Schlimmer noch: Sie besudeln mit ihrer schändlichen Tat den Glauben aller Muslime. Ja, das Satire-Blatt "Charlie Hebdo" hat häufig provoziert, die Grenzen zur Blasphemie überschritten. Das hat nicht nur Muslime gestört. Aber diesen Umstand darf man jetzt genauso wenig heranziehen, um ein unentschuldbares Massaker zu erklären, wie man umgekehrt jetzt den Islam in Bausch und Bogen als gewalttätig verdammen darf. Nein, der Anschlag von Paris ist keine blutige Bestätigung für jene, die in diesen Tagen vor einer muslimischen Springflut warnen, die das Abendland zu verschlingen droht. Wie bei jedem Akt des Terrors ist es auch diesmal so, dass sich die Scharfmacher beider Seiten heimlich die Hände reiben. Aber sie sollen sich täuschen: Die Toten von Paris dürfen uns nicht entzweien, sie müssen demokratische Gesellschaften enger zusammenrücken lassen. In Frankreich, in Deutschland. Überall.

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