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Rheinische Post: Warnung aus Japan

Düsseldorf (ots) - Wenn die Japaner an diesem Sonntag ein neues Parlament wählen, wird der bisherige Premierminister Shinzo Abe wohl erneut eine satte Mehrheit bekommen. Zu verdanken hätte er das der heillos zerstrittenen Opposition. Denn mit seiner Politik ist Abe krachend gescheitert. Mit einer Mischung aus Konjunkturprogrammen auf Pump und einer extrem lockeren Geldpolitik hatte Abe versucht, die lahmende Wirtschaft anzukurbeln. Doch nach Anfangserfolgen ist Japan wieder in die Rezession gerutscht. Das, was Japan wirklich geholfen hätte, nämlich strukturelle Reformen, hat Abe nicht angepackt: Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, mehr Frauen in Spitzenjobs, mehr Einwanderung, mehr Wettbewerb, mehr Deregulierung. Vieles davon lässt sich auf Europa übertragen. Wie Japan leiden auch viele EU-Länder an Überalterung und Verkrustung. Und auch hier glauben einige Politiker, man könne sich schmerzhafte Reformen ersparen, indem man nur die Gelddruckmaschine anwirft und staatliche Konjunkturprogramme auflegt. Aber das funktioniert bei uns genauso wenig wie in Japan.

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