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Rheinische Post: Spartengewerkschaften gefährden sich selbst

Düsseldorf (ots) - In einigen Monaten wird sich die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Frage gefallen lassen müssen, ob sie sich selbst ins Aus manövriert hat. Wenn es noch einen Politiker in der großen Koalition gegeben haben sollte, der an der Notwendigkeit eines Gesetzes zur Tarifeinheit gezweifelt hat - spätestens seit dem Wochenende dürfte auch er überzeugt worden sein. Da reiht sich ein 60-stündiger Arbeitskampf des Zugpersonals nahtlos an den Streik der Lufthansa-Piloten. Diese Streikfreude mitten in der Ferienzeit lässt Zweifel an der Verhältnismäßigkeit aufkommen. Denn nicht die Unternehmen, sondern die Kunden werden getroffen, die lange den wohlverdienten Urlaub herbeigesehnt haben. Die befürchteten britischen Verhältnisse scheinen zum Greifen nahe. Es ist jetzt an Schwarz-Rot, zügig das versprochene Gesetz zur Tarifeinheit auf den Weg zu bringen. Und zwar so, dass es einer Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht standhält. Sollte das geplante Mehrheitsprinzip - wonach in Betrieben nur der Tarifvertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern gilt - sich durchsetzen, hätte die GDL bei der Bahn das Nachsehen. Zum Teil hätte sie sich das selber zuzuschreiben.

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