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Rheinische Post: Kommentar
Ruhe bitte! = Von Jörg Isringhaus

Düsseldorf (ots) - Fortschritt ist gut. Meistens. Manches ist überflüssig, zumindest aber fragwürdig. Eine elektrische Pfeffermühle zum Beispiel. Oder ein Sportauspuff. Erstere geht sehr gut von Hand, letzterer macht einfach nur unnötigen Lärm. Womit wir schon beim Laubbläser wären. Wohin nur verschwanden die Blätter zu der Zeit, als diese Maschinen noch nicht die Trommelfelle traktierten? Im natürlichen Kreislauf von Werden und Vergehen schienen diese Geräte keine Rolle zu spielen, das Laub fand seinen Weg, ob nun gerecht, gekehrt oder einfach vom Herbststurm in alle Winde verweht. Heute röhren die Laubbläser dagegen lauter als jeder Orkan. Viel Lärm um nichts: Laub wegzublasen wirkt auf den Betrachter ähnlich sinnvoll wie einen Strand zu harken. Vielleicht geht es tatsächlich nicht ums Praktische, sondern ums Meditative. Wenn nur der Krach nicht wäre. Draußen wird das Laub weggepustet, drinnen lässt der Nachbar den Staubsauger-Roboter rotieren, von früh bis spät. Gibt es in der EU nicht einen Parlamentarier, der sich der Ruhe verschrieben hat? Eine Stimme hätte er.

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