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Rheinische Post: BND blamiert Berlin Kommentar Von Godehard Uhlemann

Düsseldorf (ots) - Nun ist die Bundesregierung bis auf die Knochen blamiert. Kaum war ruchbar geworden, dass die Amerikaner das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört hatten, wurden empörte Rufe nach einem umfassenden No-Spy-Abkommen laut. Die Kanzlerin meinte indigniert: Das Ausspähen von Freunden geht gar nicht. Wie lächerlich aber ist es, andere an diese Maxime freundschaftlichen Zusammenlebens zu erinnern und sich selbst nicht daran zu halten? Das ist gelebte Doppelmoral, die die eigene Glaubwürdigkeit untergräbt und die Regierung beschädigt. Erst kam heraus, dass der Bundesnachrichtendienst die frühere Außenministerin Clinton und auch Amtsinhaber Kerry abgehört hat. Zufällig und ohne jede Absicht, ließ der BND verlauten. Jetzt war auch Nato-Partner Türkei dran, und der BND gerät in Erklärungsnot. Da helfen auch keine verbalen Eiertänze. Die Deutschen haben einen Spionagedienst, der hoffentlich seine Arbeit tut. Dazu gehört auch, Nachrichten zu erheben, die man für wichtig hält. Andere spionieren. Wir auch. Wer das leugnet, der lügt.

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