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Im Zweifel für Versicherer = Von Antje Höning

Düsseldorf (ots) - Die Hoffnung vieler Lebensversicherungs-Kunden, der Bundesgerichtshof werde ihnen ein Schlupfloch öffnen, durch das sie aus ihrem ungeliebten Vertrag aussteigen können, hat sich nicht erfüllt. Die Richter erklärten, die zwischen 1995 und 2007 geschlossen Verträge seien gültig, obwohl Kunden erst spät über ihr Widerrufsrecht aufgeklärt wurden. Andernfalls hätten Millionen ihre Verträge abschlagfrei kündigen können, das hätte manchen Anbieter ruiniert. Im konkreten Fall hat es der Kunde den Richtern leicht gemacht, die Klage abzuschmettern. Doch auch sonst können sich Versicherer darauf verlassen, dass Richter und Politik im Zweifel gegen den Verbraucher entscheiden. Die Versicherer müssen ihre Provisionen nicht offenlegen, sie müssen nicht mehr die Hälfte der Bewertungsreserven auszahlen, sie müssen kaum Zinsen garantieren. Am Kernproblem kann der hilfswillige Staat nichts ändern: Seit die Erträge schwinden, der Steuer- und Krankenversicherung unterworfen werden, lohnt sich eine Lebensversicherung kaum noch. Das neue Geschäftsmodell muss die Branche selbst suchen.

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