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Rheinische Post: Kommentar
Mensch und Technik in der Drohnen-Debatte = Von Gregor Mayntz

Düsseldorf (ots) - Wenn die Bundeswehr weder auf Kosten noch Nutzen achten würde, dann bräuchte sie keine Kampfdrohnen. Einfach über jeder Patrouille und jedem Lager im Auslandseinsatz permanent Kampfjets und Kampfhubschrauber kreisen lassen, und schon könnten diese jeden bevorstehenden Angriff auf deutsche Soldaten umgehend stoppen, wenn er von Aufklärungsdrohnen entdeckt worden ist. Natürlich ist diese Vorstellung absurd. Aber sie zeigt in ihrer Übersteigerung, wie absurd manche Verdächtigungen von Drohnen-Gegnern sind. Sie vertrauen den Jets mehr als den Drohnen. Dabei lässt sich durch bemannte Jets kaum derart klar die aktuelle Absicht potenzieller Feinde aufklären wie durch Drohnen. Und auch der Pilot drückt dann nur auf einen Knopf. Siehe die Bombardierung entführter Tanklaster bei Kundus. Und das soll besser sein? Kritiker beschwören die Gefahren sich verselbstständigender Technik, durch die der Mensch aus der Verantwortung verschwinde, und sie prangern das Töten von Terrorverdächtigen durch US-Drohnen an. Doch den Schießbefehl in Pakistan gibt sich nicht die US-Drohne. Der Fehler liegt beim Menschen, bei Politikern, die die Technik fatal falsch einsetzen.

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