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Rheinische Post: Kommentar
Der Orkan legt Schwachstellen bloß = Von Klaus Peter Kühn

Düsseldorf (ots) - Naturgewalten - wir haben sie zu spüren bekommen. Sehr heiße und deutlich kühlere Luftschichten treffen aufeinander, die Spannungen entladen sich in so heftigen Gewitterstürmen, dass Menschen ums Leben kommen und ganze Straßenzüge verwüstet werden. Auf einmal erkennt jedermann den Sinn von Baumpflege - vor allem an Verkehrswegen sind morsche oder nicht standfeste Bäume eine große Gefahr. Ob man, wie Innenminister Ralf Jäger, dem schlimmsten Unwetter in NRW seit Jahren "apokalyptische Ausmaße" zumisst oder nicht - bedrohlich ist die Entwicklung zweifellos. Der Klimawandel führt seit einiger Zeit in unseren Breiten vermehrt zu Wetterextremen. Die Frage ist, ob wir darauf gut genug vorbereitet sind. Der gestrige Rhein-Ruhr-Endlosstau hat zweierlei gezeigt: Ohne Bahnen und Busse geht gar nichts, und die Verkehrsinfrastruktur ist nicht für solche Naturgewalten gerüstet. Wenn der öffentliche Nahverkehr auf der Schiene vorwiegend elektrisch fährt, dann müssen eben mehr dieselbetriebene Notfallzüge bereitgehalten werden, um die empfindlichen Stromleitungen im Ernstfall schneller reparieren zu können. Sonst herrscht Stillstand - wie gestern.

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