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Ein zweites Srebrenica = Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Seit zwei Monaten kämpft die Bundesregierung an vorderster Front um eine diplomatische Lösung im Ukraine-Konflikt. Das ist aller Ehren wert. Trotzdem sollten wir uns nicht in die Tasche lügen: Das Ergebnis all dieser diplomatischen Bemühungen ist gleich Null. Die Lage vor Ort spitzt sich weiter zu. Während der Kreml in der Ost-Ukraine von schwer bewaffneten "Befreiern" einen Stellvertreterkrieg führen lässt, reißen die Gräben zwischen den Volksgruppen immer weiter auf. Die Ukraine taumelt am Rand eines Bürgerkriegs, und wir sollten uns allmählich ernsthaft mit der Frage beschäftigen, wie wir uns auf dieses Szenario vorbereiten. Bisher scheint die politische Planung geprägt von der Vorstellung, das nicht sein kann, was nicht sein darf. Mit einer ähnlichen Haltung hat Europa einst der blutigen Eskalation auf dem Balkan zugesehen. Wie weit sind wir notfalls bereit zu gehen, um ein zweites Srebrenica zu verhindern? Sind wir überhaupt dazu bereit? Solche Fragen sind unpopulär, weil sie ziemlich sicher zu unangenehmen Antworten führen. Aber gestellt werden müssen sie.

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