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Rheinische Post: Kommentar
Ukraine - ausgeplündert und politisch labil = Von Doris Heimann

Düsseldorf (ots) - In einem Punkt kann man Wladimir Putin zustimmen: Der Kremlchef sieht eine Hauptursache für die Unzufriedenheit der Ukrainer darin, dass die Macht dort in der jüngeren Vergangenheit stets "von einer Gaunerbande auf die andere" gewechselt habe. Das Ergebnis ist ein ausgeplündertes, verarmtes und politisch labiles Land, dessen wirtschaftliche, ethnische und administrative Probleme über Jahrzehnte ungelöst blieben. Egal ob im ukrainischsprachigen Westen des Landes, im russischsprachigen Osten oder auf der von Russen dominierten Krim - überall beschweren sich die Bürger über Armut, Korruption der Machtelite und mangelnde Möglichkeiten der regionalen Mitbestimmung. Das sind ihre eigentlichen Probleme. Und darin unterscheiden sich die Demonstranten auf dem Maidan nicht von den wütenden Massen, die auf der Krim die russische Fahne schwenken. Ihr Unglück ist, dass sie von verschiedenen Seiten gegeneinander beeinflusst werden. Die Ukraine ist nach Russland der zweitgrößte Flächenstaat Europas. Die Spannungen zwischen den einzelnen ethnischen und sprachlichen Gruppen könnten mit einer effizienten föderativen Struktur gelöst werden. Doch daran hat niemand wirkliches Interesse.

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