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Rheinische Post: Kommentar
Afghanistan und Afrika = Von Gregor Mayntz

Düsseldorf (ots) - Auf malischem Boden rechnet Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor, dass angesichts deutlich verkleinerter Auslandseinsätze auf dem Balkan und am Hindukusch noch Luft für weitere Missionen der Bundeswehr ist. Sozusagen als Vorgeschmack soll die Ausbildung malischer Soldaten durch Bundeswehrkräfte von derzeit knapp hundert auf bis zu 250 Mann hochgefahren werden. An einen Kampfauftrag sei nicht gedacht, versichert die Regierung - und verspricht doch gleichzeitig als neue Strategie, sich künftig "früher, entschiedener, substanzieller" in Krisenlösungen einzubringen, auch militärisch. Doch ganz gleich ob Afghanistan oder Afrika - stets warnten Experten jahrelang davor, dass etwas dramatisch schief läuft. Militärs wurden erst geschickt, als es quasi zu spät war. Wer wirklich "früher, entschiedener, substanzieller" eingreifen will, muss auf politische Konfliktlösung setzen, auf ein Frühwarnsystem für Afrika. Sobald Soldaten nötig sind, handelt es sich nicht um frühen Lösungswillen, sondern um das Eingeständnis, zu spät reagiert zu haben.

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