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Rheinische Post: Kommentar
EU und Korruption = Von Anja Ingenrieth

Düsseldorf (ots) - Die Zahlen sind alarmierend: Mindestens 120 Milliarden Euro gehen der EU-Wirtschaft jährlich durch Korruption verloren - vor allem im Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe. Doch Glaubwürdigkeit und Vertrauen kosten auch andere Formen der Vorteilsnahme. Wenn Spitzenpolitiker ihre Kontakte und ihren Einfluss in der Wirtschaft zu Geld machen wollen, muss es dafür Regeln geben. Hier hat Deutschland Nachholbedarf. Das Problem des ersten Korruptionsberichtes der EU ist aber ein anderes. Brüssel kann zwar den Finger in die Wunde legen. Doch die Gegen-Maßnahmen müssen die Hauptstädte beschließen. Zudem ist die EU nicht unbedingt ein leuchtendes Vorbild. Das Kapitel Korruption in den EU-Institutionen wird in dem Bericht ausgespart. Dabei deckt der EU-Rechnungshof jedes Jahr Milliardenschäden durch Missbrauch und Betrug bei EU-Mitteln auf. Wer mit dem Finger auf andere zeigt, sollte auch vor der eigenen Tür kehren. Schließlich schwindet das Vertrauen der Bürger in die EU-Institutionen noch rasanter als das in die nationale Politik.

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