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Rheinische Post: Kommentar zur Organspenderegelung: Vertrauen fehlt

Düsseldorf (ots) - Das größte Problem am Organspende-Skandal ist der Vertrauensverlust der Bevölkerung. In keinem anderen Bereich der Medizin sind Ärzte und Patienten derart auf das Vertrauen der Bürger angewiesen, wie bei der Übertragung lebensrettender Organe von einem tödlich verunglückten Menschen auf einen Todkranken. Das Treffen von Vertretern der Ärzte sowie aus Kliniken und Krankenkassen ist ein wichtiges Signal, dass alle Verantwortlichen bereit sind, schnell Konsequenzen zu ziehen. Diese Bereitschaft allein wird aber nicht ausreichen, das Vertrauen wieder herzustellen. Dazu bedarf es auch eines Eingreifens des Gesetzgebers, der die bestehenden Regeln zur Organspende klarer und enger fassen muss. Vor allem die Kontrolle der Vergabepraxis darf künftig nicht allein Ärzten und Kliniken überlassen werden. Denn es ist nicht gesagt, dass vier Augen mehr sehen als zwei - vor allem, wenn sie Experten gehören, die in der selben Klinik arbeiten. Es wird künftig externe und unangemeldete Kontrollen geben müssen. Auch die Finanzierung der Organspende muss hinterfragt werden. Die Einzelfall-Abrechnung setzt zu starke Anreize, diesen sensiblen Bereich als Geschäftsfeld zu betrachten.

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