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Rheinische Post: Labour blinkt links Kommentar Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Es ist ein politischer Paukenschlag: Ed, der jüngere der beiden Miliband-Brüder, hat sich im Duell um den Vorsitz der Labour-Partei gegen seinen Bruder David durchgesetzt. Damit steht fest, dass Labour einen Schlussstrich unter jenen einst von Tony Blair verkörperten Kurs zieht, der ein klares Bekenntnis zur starken Rolle des Sozialstaats mit einem ebenso eindeutigen Bekenntnis zur Marktwirtschaft verband. Ed Miliband sinnierte zuletzt lieber öffentlich über die Ungerechtigkeit des Kapitalismus und avancierte damit zum Liebling der Gewerkschaften, deren Unterstützung für seinen Sieg entscheidend gewesen sein dürfte. Unter Ed Miliband wird Labour wieder links blinken, auch wenn damit noch längst nicht klar ist, wohin die politische Fahrt am Ende gehen wird. Die politische Auseinandersetzung mit der neuen Regierung aus Konservativen und Liberaldemokraten ist nicht das Problem. Miliband wird den Protest gegen die angekündigten Sparmaßnahmen organisieren. Aber für einen massiven Ausbau des Staatssektors, wie ihn die Gewerkschaften fordern, gibt es unter den britischen Wählern keine Mehrheit. Fällt Labours Linkswende zu scharf aus, droht sich die Partei im Oppositions-Ghetto einzumauern.

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