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Rheinische Post: Drogen in der Haft

Düsseldorf (ots) - Auf die Frage von Reportern, warum ihn sein erster JVA-Besuch nach Aachen führe, sagte Nordrhein-Westfalens neuer Justizminister Thomas Kutschaty etwas flapsig: weil A der erste Buchstabe im Alphabet sei. In Wirklichkeit hat der SPD-Politiker allen Grund, nach Aachen zu reisen. Es ist noch nicht lange her, dass dort zwei Verbrechern die Flucht gelang - mit Hilfe eines JVA-Bediensteten. Jetzt macht das Aachener Gefängnis erneut Schlagzeilen. Ein Angestellter soll Häftlinge mit Handys und Rauschgift versorgt haben - gegen Bares, versteht sich. Noch ist es lediglich ein Verdacht, aber der neue NRW-Justizminister bekommt gleich zu Beginn seiner Amtszeit einen Eindruck davon, welch heikles Ressort er leitet. Er ist erfahren genug, um zu wissen, dass die Opposition mit aller Schärfe reagieren wird, wenn Schwachstellen in den Gefängnissen offenbar werden. Die SPD ist mit Kutschatys CDU-Vorgängerin schließlich genauso verfahren. Umso besser ist der Minister beraten, Konsequenzen zu ziehen, auch wenn sich der Verdacht in Aachen nicht erhärten sollte. Drogen in Gefängnissen sind eine schlimme Realität. Aber dass staatliche Bedienstete dabei Hilfestellung leisten, muss mit allen Mitteln unterbunden werden.

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