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Rheinische Post: Union im Sinkflug Kommentar Von Eva Quadbeck

Düsseldorf (ots) - Man muss nicht lange nachdenken, um für die schlechten Umfragewerte der Regierung und insbesondere der CDU-Parteichefin Merkel eine Reihe von Gründen zu finden. Der ständige Streit innerhalb der Koalition verstört das Wahlvolk ebenso wie die Rücktritte, Abwahlen und Ermüdungserscheinungen von CDU-Spitzen-Männern. Die Wähler irritiert zudem, dass die Koalition keine Vision erkennen lässt, wohin sie das Land führen will. Gemeinsamkeit fehlt im Großen wie im Kleinen. Wer den Versuch startet, allein die Position der Union zu Themen wie Gesundheit, Rente, Mindestlohn, Wehrpflicht, Atomkraft oder Betreuungsgeld zu ermitteln, scheitert. Der Schwund in den Umfragen ist folgerichtig: Es gehört zum kleinen Einmaleins der Politik, dass sich Wähler abwenden, wenn sie nicht mehr wissen, was ihre Partei ausmacht. Es wird schwierig, das Ruder herumzureißen. Das ständige Ausloten von Sach- und Machtfragen durch die Parteichefin hat die CDU einen Teil ihrer Identität gekostet. Merkels großes Handicap ist, dass sie die Seele der Partei nicht anzusprechen vermag. Wenn im Herbst die Posten der stellvertretenden Parteichefs neu vergeben werden, sollte sie dringend jemanden ausgucken, der diesen Part übernimmt.

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