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Rheinische Post: Loveparade - wohltuend offen Kommentar Von Gerhard Voogt

Düsseldorf (ots) - In der Opposition hat der jetzige Innenminister Ralf Jäger den Spitznamen "Jäger 90" bekommen. Das bezog sich auf die Lust des SPD-Politikers, die Regierung zu attackieren. Mit der selben Vehemenz, mit der Jäger früher den Gegner attackierte, verteidigt er heute seine Truppe. Glaubt man dem Innenminister, dann trägt die Polizei keine Verantwortung für die Katastrophe bei der Loveparade. Vier Tage nach dem Unglück hat Jäger einen Bericht vorgelegt, der die Stadt Duisburg und den Veranstalter schwer belastet. Mit der Veröffentlichung begibt sich Jäger auf eine Gratwanderung. Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hatte die Aufklärung tragischer Vorfälle - zum Beispiel in den NRW-Gefängnissen - immer wieder mit dem Hinweis verschleppt, man dürfe die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht gefährden. Ein Grundsatz, dem sich auch Jäger verpflichtet fühlt. Aber er fühlt auch mit den Bürgern, die das Schweigen darüber, wie es zu der Katastrophe kam, für unerträglich halten. Fast 90 Minuten lang haben der Minister und sein Polizeiinspekteur gestern die kritischen Fragen der Journalisten beantwortet, soweit dies vertretbar war. Der neue Stil ist mutig und wohltuend. Viele Fragen zur Rolle der Polizei bei der Katastrophe blieben gleichwohl offen. Jäger muss sie möglichst bald - und mit der gleichen Offenheit - beantworten.

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