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Rheinische Post: Hamburg und die Folgen

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Frank Vollmer:

Und wenn die Anhänger der rot-grünen Schulreformpläne in Nordrhein-Westfalen noch so oft das Gegenteil behaupten: Natürlich hat der Hamburger Volksentscheid gegen die sechsjährige Primarschule Wirkung auf NRW. Die schwarz-grünen Pläne in Hamburg sind so krachend gescheitert, dass noch in Düsseldorf die Scheiben geklirrt haben dürften. Zwar setzen Regierungschefin Hannelore Kraft und Schulministerin Sylvia Löhrmann nicht auf die Revolution von oben wie in Hamburg Ole von Beust und Christa Goetsch, sondern auf Evolution - durch die Gemeinschaftsschule als mögliche neue Schulform neben Gymnasium, Haupt-, Real- und Gesamtschule. Bloß kein Zwang, lautet das Mantra. Trotzdem bleibt noch mehr als genug Ideologie. Die Überzeugung etwa, dass längeres gemeinsames Lernen dem Bildungserfolg diene, ist keineswegs so über jeden Zweifel erhaben, wie immer behauptet wird. In Hamburg stand, in Düsseldorf steht zudem das Ziel, durch Schulpolitik die Gesellschaft gerechter zu machen, offenbar über der Absicht, eine möglichst gute Ausbildung anzubieten. Das tut den Schulen nicht gut - wie seit Jahrzehnten nicht nur in NRW zu besichtigen ist. Schulpolitik ist ein Feld für Pragmatiker, nicht für Missionare. Die haben die Hamburger nämlich abgestraft. Die Nordrhein-Westfalen haben es aufmerksam beobachtet. in

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