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Rheinische Post: Kommentar: Irans halber Schritt

Düsseldorf (ots) - Beim Streit um das iranische Atomprogramm, dem inzwischen selbst gutmeinende Zeitgenossen kaum noch unterstellen mögen, es diene rein zivilen Zwecken, hat sich die Führung in Teheran bisher mit geschicktem Taktieren über die Zeit gerettet. Dabei konnten die Mullahs auf die Uneinigkeit der internationalen Gemeinschaft setzen und vor allem auf die Abneigung von China und Russland, neuen Sanktionen gegen den Iran zuzustimmen. Erst seit es US-Präsident Barack Obama offenbar gelungen ist, in Moskau und Peking ein Umdenken einzuleiten, ist auch in Teheran wieder Bewegung zu erkennen. Das soll die Leistung der türkischen und brasilianischen Diplomaten nicht schmälern, die die iranische Seite jetzt dazu bewegen konnten, einer Uran-Anreicherung im Ausland zuzustimmen. Dennoch bleibt dies nur ein halbherziges Zugeständnis, solange die Zentrifugen auch im Iran weiter auf Hochtouren arbeiten. Gut möglich, dass es sich auch diesmal nur wieder um einen Winkelzug der Führung in Teheran handelt, um schärferen Zwangsmaßnahmen auszuweichen. Deswegen darf die Sanktionsdrohung nicht vom Tisch, bevor der Iran sein Nuklearprogramm nicht lückenlos durch die Internationale Atomenergiebehörde kontrollieren lässt.

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