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Rheinische Post: Schlag für den Euro Kommentar Von Antje Höning

Düsseldorf (ots) - Es ist beunruhigend, wie Politik derzeit über den Euro spricht. Da ist von "Wolfsrudeln" die Rede, die Länder zerreißen, und von "weltweit organisierten Attacken". Doch diese Aufrüstung der Worte hilft der Währung wenig. Sie braucht kühle Köpfe und beherzte Taten. Von denen war auf dem Brüsseler Panik-Gipfel wenig zu sehen. Nur einen Tag, nachdem die EU Milliarden für Athen auf den Weg gebracht hatte, warf sie neue Rettungsringe aus - und eherne Prinzipien der Währungsunion gleich mit über Bord. Um es klar zu sagen: Griechenland muss gerettet werden. Nur so begreifen Spekulanten, die auf Athens Pleite wetten, dass sich dieses Geschäft nicht lohnt - und verzichten auf eine Wiederholung in anderen Ländern. Ebenso müssen für die Zukunft neue Strafregeln für Schuldenmacher gefunden werden. Doch wer nun Prinzipien bricht, die den Euro bisher stark machten, verschärft die Lage mehr als sie zu beruhigen. Das weiß auch die Kanzlerin. Darum hatte sie lange gegen Frankreichs Präsident Sarkozy gekämpft, der stets Hilfe für alle Schuldenmacher und mehr Einsatz der Zentralbank forderte. Am Samstag hat Merkel den Kampf verloren. Heute werden die Märkte Sarkozy sagen, was sie von seinem "Erfolg" halten. Der Euro hat einen weiteren Schlag erlitten.

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