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Rheinische Post: Griechenlands Schmerzen

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Matthias Beermann:

Das Drama um die griechische Staatspleite und die Euro-Krise hat die ersten Menschenleben gefordert. Drei Bankangestellte kamen ums Leben, weil gewissenlose Randalierer Brandsätze gegen ein vermeintliches Symbol des Kapitalismus warfen. Im Schatten der Proteste gegen das geplante Sparprogramm der Regierung führen die für ihre Brutalität berüchtigten griechischen Anarchisten ihren Kampf gegen den Staat und seine Institutionen. Diese Trittbrettfahrer der Krise träumen von der proletarischen Revolution und begreifen nicht, dass sie dabei sind, ihr Land endgültig zugrunde zu richten. Man kann nur hoffen, dass die Griechen jetzt zur Besinnung kommen. Viele sind wütend, weil sie sich als Opfer einer Krise sehen, die ihnen andere eingebrockt haben. Angesichts der Berichte über die unverschämten Privilegien und die schamlose Selbstbedienung vor allem im Staatsapparat darf nicht vergessen werden, dass es auch Griechen gibt, die davon nicht profitiert haben. Die Sparmaßnahmen aber werden alle schmerzen, es wird Ungerechtigkeiten geben. Deswegen empfinden viele Griechen den Preis für unsere Hilfe als Strafe. Aber es geht nicht darum zu bestrafen, auch wenn sich das in Deutschland manch einer wünschen mag. Es geht darum, Griechenland in einer Notoperation zu retten und damit auch den Euro - in unserem Interesse.

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