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Rheinische Post: Kraftakt für Griechenland

Düsseldorf (ots) - Die immer schlimmeren Turbulenzen an den Finanzmärkten zeigen: Es braucht einen koordinierten Kraftakt, um Griechenland vor dem Staatsbankrott zu retten. Das ist in Deutschlands Interesse: Als nächste Dominosteine drohen Portugal, Spanien, Irland und Italien zu kippen. Als selbsterfüllende Prophezeiung steigen dort die Zinsen, weil Kreditgeber um die Rückzahlung fürchten. Dadurch wird die Staatsschuld noch belastender. Deutsche Exporte sind bedroht, etwa bei Bayer, Henkel oder VW. Was ist zu tun? Noch konsequenter Griechenland zum Sparen zwingen. An Kürzungen der häufig sehr hohen Renten wird das Land wohl nicht vorbei kommen. Der Staat muss Vermögen verkaufen (die berühmten Inseln). Die Gutverdiener müssen Steuern zahlen. Die starken Euro-Staaten und der Weltwährungsfonds haben keine Alternative, als griechische Kredite abzusichern oder aufzukaufen. Aber sie müssen die Banken in die Solidarität zwingen: Deren Griechen-Anleihen werden oft nur noch zu 80 Prozent bewertet. Die Banken würden also massiv von einer Absicherung der Papiere profitieren. Als Gegenleistung sind Abschläge erforderlich. Zehn Prozent wäre wohl eine gute Zahl. Mehr wäre schlecht: Dann würden die Investoren solche Verluste künftig bei Spanien und Co. befürchten - und die würden dann auch unsere Hilfe brauchen.

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