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Rheinische Post: Kommentar: Das Flugverbot war doch richtig

Düsseldorf (ots) - Hinterher ist man immer klüger. So einfach lässt sich die Lehre aus dem Flug-Stopp für fast ganz Europa ziehen. Viele Millionen Menschen hätten in den Jet steigen können, ohne dass sie wirklich gefährdet gewesen wären. Dies legen die neuen Messwerte der britischen Flugaufsicht nahe. Trotzdem war die Politik richtig beraten, für einige Tage Europas Luftstraßen still zu legen. Solange es keine verbindlichen Vorgaben und Informationen dazu gab, ab wann Aschewolken sich zur tödlichen Gefahr entwickeln, musste vorsichtig agiert werden. Und nun, da der Aschestaub sich verzieht, können neue Regeln durchgesetzt werden. Die Krise weist allerdings auch auf eine grundsätzliches Entwicklung hin: Der Wert von Menschenleben in den europäischen Industriestaaten ist so hoch wie wohl nie zuvor in der Geschichte. Jede politische oder wirtschaftliche Entscheidung, die auch nur wenige Leben gefährden könnte, ist (fast) undenkbar - obwohl sich viele Menschen in ihrem individuellen Verhalten oft massiv gefährden. Das ist gut so, wir können stolz sein: Unser Staat und unsere Gesellschaft gehen eben nicht "über Leichen". Aber es ist auch riskant: Es macht manchmal das rationale Abwägen von tatsächlichen Risiken und Chancen schwer. So bleibt nur zu hoffen, dass uns Krisen wie rund um die Vulkanasche nicht zu oft ereilen.

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