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Rheinische Post: Fehleinschätzung in Wesel

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Thomas Hesse:

Es war eine Fehleinschätzung, wie die Polizei im Kreis Wesel mit der Prügelattacke im Weseler Bahnhof umgegangen ist. In der vergleichsweise beschaulichen niederrheinischen Stadt meldet sie sonst jeden Ladendieb. Wenn es aber brutal gegen einen Polizisten geht, behält sie alles für sich. So setzt sich die Polizei dem Verdacht aus, einen Vorfall zu vertuschen in Zeiten, in denen sich brutale Übergriffe in Bahnhöfen häufen und dort mehr Polizeipräsenz gefordert wird. Ist ihr die öffentliche Debatte unangenehm? Diese Frage werden sich nicht wenige stellen. Dem Verhältnis des Bürgers zur Polizei, die Sicherheit produzieren soll, ist das nicht förderlich. Der gut gemeinte Hinweise, man habe das Sicherheitsgefühl von Tausenden von Pendlern auf der Hollandlinie nicht beeinträchtigen wollen, ist abseitig und bewirkt das Gegenteil. Denn die Bahn-Kunden wissen ja um die Sicherheitsprobleme, sie sehen Zerstörungen in und an Bahnhöfen. Nur Offenheit wird bewirken, das Thema Sicherheit am Brennpunkt Bahnhof ins Bewusstsein zu rücken und die Lage zu verbessern. Wesel ist überall. Bedenklich ist zudem, dass die Polizeibeamten Attacken offenbar als Normalzustand ansehen. Der Hinweis auf tägliche Widerstandshandlungen kam gestern sofort. Haben sie sich, haben wir uns schon so sehr an tägliche Gewalt gewöhnt?

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