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Rheinische Post: Schatten, auch Hoffnung

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Sven Gösmann: Nein, die Welt ist nicht aus den Fugen. Ja, sie ächzt vernehmlich. Aus der plötzlich geöffneten Flasche der Erkenntnis fließt eine trübe Brühe aus furchtbarem Tun und unfassbarer Gleichgültigkeit. Doch unsere Gesellschaft ist stabiler als geglaubt. Das Vertrauen zu den Vielen ist nicht vergiftet, die ihren Dienst in Schulen, Gemeinden, Vereinen verrichten. Was bleibt, ist unsere Fassungslosigkeit über die Abgründe des einzelnen Menschen. In allem gibt es mutmachende Signale, Chancen: Das Schweigen ist gebrochen, wichtige Schritte sind eingeleitet. Wenn wir nun dazu kommen, den Fallzahlen angemessen nicht nur auf Kirchen und Internate zu blicken, sondern auch Missbrauch in der Familie stärker zu bekämpfen, könnte aus dieser bedrückenden Debatte Gewinn kommen. Tunlichst müssen wir unterscheiden zwischen Missbrauch und nicht sexuell motivierter Gewalt. Die aktuelle Diskussion berührt auch deshalb viele, weil sie Erinnerungen an Jahre wachruft, in denen "ein Klaps noch keinem geschadet hat". Man muss diese Erziehungsmethoden als Ausdruck einer anderen Zeit begreifen, um feststellen zu können, dass wir als Gesellschaft vorangekommen sind. Gewalt sehen wir heute als Ausdruck menschlichen Versagens, nicht mehr als etwas zu (Er-)Duldendes, erst recht nicht als Mittel der Erziehung. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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