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Rheinische Post

Rheinische Post: Wir tolerieren uns zu Tode

Düsseldorf (ots)

von Sven Gösmann
Es sind nur Einzelfälle, könnte man sich trösten: der 
Kindergarten, der mit Rücksicht auf nichtreligiöse Eltern seinen 
Zöglingen die "Weihnachtsgeschichte ohne christlichen Hintergrund" 
nahebringen möchte - mit Coca-Cola-Weihnachtsmann statt Jesus 
Christus.
Oder die Krefelder Einzelhändler, die in der Vorweihnachtszeit auf 
christlichen Festschmuck zugunsten weltlicher Lichterketten 
verzichten, um niemanden zu provozieren und die Beleuchtung länger 
nutzen zu können.
Oder die Düsseldorfer Richter, die nicht mehr länger unter Kreuzen 
urteilen möchten, da sich ein Prozessbeteiligter gegebenenfalls 
gestört fühlen könnte. Unser Gerichtsreporter ist dort übrigens seit 
1986 tätig und erinnert sich an einen Prozess, in dem das Kreuz auf 
Wunsch eines Angeklagten abgehängt werden musste.
In mittlerweile trauriger Häufigkeit beschäftigen Ereignisse wie die 
genannten die Öffentlichkeit. Der Eindruck drängt sich auf, dass aus 
der Ausnahme eine Regel geworden ist. Aus falsch verstandener 
Toleranz heraus verdrängen wir wichtige Symbole unserer Werte und 
damit auch die Werte selbst aus dem öffentlichen Raum.
Wer aber so argumentiert, verwechselt Standpunktlosigkeit mit 
Toleranz. Wenn die Mehrheitsgesellschaft in zentralen Fragen nicht 
mehr den aus dem Christentum abgeleiteten Wertekanon als Fundament 
des Zusammenlebens akzeptiert, gibt sie sich zugunsten der 
Beliebigkeit auf.
Eine sich selbst so unsicher gewordene Gesellschaft billigt dann auch
Minderheiten zu, was sie der Mehrheit verwehrt: In den 
Besuchertoiletten des Hochsicherheitstrakts in jenem Düsseldorfer 
Oberlandesgericht, das keine Kreuze mehr in seinen Räumen erträgt, 
wurden Fußwaschbecken für muslimische Prozessbeobachter eingerichtet,
damit diese ihren religiösen Ritualen auch während des Gerichtstages 
nachgehen können.

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2304

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