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Rheinische Post: Das schwere Erbe der Krise

    Düsseldorf (ots) - Kanzlerin Angela Merkel ist in keiner beneidenswerten Situation. Sie weiß, dass die Krise noch längst nicht vorüber ist. Zugleich verliert der dramatische Konjunktureinbruch bei der Bevölkerung an Brisanz. Es wird daher für Merkel immer schwieriger, die letzten Reserven zu mobilisieren. Das wird insbesondere bei der drohenden Kreditklemme deutlich, deren Lockerung sich der Wirtschaftsgipfel bei der Kanzlerin vorgenommen hat. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen klagen über den restriktiven Umgang der Banken mit Firmendarlehen, während die gleichen Kreditinstitute derzeit mit Zinsgeschäften zwischen den USA und Europa überdurchschnittlich viel verdienen. Da wird es nicht viel helfen, dass die Geldhäuser zusätzliche Fonds versprechen. Auch der Staat als umfassender Garantiegeber könnte sich leicht verheben. Im Grunde muss die Regierung mit eiserner Hand einen strikten Regulierungsrahmen vorgeben und sich so schnell wie möglich aus dem Geschäft mit Bürgschaften, Eigenkapitalhilfen und Garantien zurückziehen. Mit einem Wort: Es muss wieder Normalisierung auf den Finanz- und Kreditmärkten einziehen. Die Banken sollten ihre Rolle als Makler zwischen Sparern und Kreditnehmern wahrnehmen. Das mag eine schnelle Erholung verzögern, ist aber langfristig der solidere Weg zur Normalität.

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