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Rheinische Post: Fehlstart in Thüringen Kommentar Von Gregor Mayntz

    Düsseldorf (ots) - Nach dem so genannten "Heide-Mörder" von Schleswig-Holstein trieb nun der "Christine-Killer" von Thüringen sein Unwesen. Zumindest zwei Wahlgänge lang versuchte er eine CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht in Erfurt zu verhindern, wie sein Vorgänger 2005 die SPD-Ministerpräsidentin Heide Simonis in Kiel politisch zur Strecke gebracht hatte. Über die Hintergründe lässt sich nur mutmaßen. War die SPD wirklich so geschlossen, obwohl sie wegen der Entscheidung für Schwarz-Rot statt Rot-Rot eine beispiellose Zerreißprobe zu bestehen hatte? Wünschte sich die ganze CDU den Machterhalt, oder hatte das Lager um den abgetretenen Lieberknecht-Vorgänger Dieter Althaus noch ein Hühnchen mit der Dame zu rupfen, nachdem diese die Ära Althaus beendet und einen sozialdemokratisch geprägten Koalitionsvertrag ausgehandelt hatte? Sinn der geheimen Abstimmung sind stabile Regierungen im Amt. Originellerweise konnte sich Lieberknecht im dritten Wahlgang sogar auf die Machtgarantie durch die FDP-Opposition stützen. Das Schreckgespenst eines Linken-Regierungschefs und die Aussicht auf ein unsicheres eigenes Mandat im Falle von Neuwahlen zähmte die Rebellen. Gleichwohl bleibt es bei einem denkwürdigen Fehlstart für die erste CDU-Ministerpräsidentin der Republik.

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