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Rheinische Post: Gesprächswirrwarr Von Godehard Uhlemann

    Düsseldorf (ots) - Erstaunlich ist die Wucht der Dementis, mit denen sich Israel und der Iran verbal beharken. Da ist von Lüge und einem Akt der Propaganda die Rede. Haben sich Vertreter beider Länder in Kairo bei einer Konferenz über atomare Abrüstungsfragen getroffen und miteinander gesprochen? Klar ist, in Kairo waren beide Länder vertreten. Ein Vier-Augen-Gespräch wäre eine Sensation, denn es würde bisher gepflegte Denk-Barrieren einreißen. Doch aus politischen Gründen darf kein solcher Eindruck entstehen. Israel bleibt für Iran der Erzfeind, weg von der Karte soll er. So zumindest lautet noch immer die Devise von Präsident Achmadinedschad. Nach Ansicht Israels tritt Iran noch immer als Terrorsponsor auf und unterstützt all die, die Israel gewaltsam bekämpfen. Ein offizielles Treffen nur von beiden Seiten darf es nicht geben. Iran fürchtet, sich innenpolitisch angesichts einer nach mehr Offenheit rufenden Opposition damit zu schaden. Achmadinedschad kann Israel nicht einerseits mit Worten geißeln und andererseits mit ihm sprechen. Die israelische Regierung, die immer vor der Atomgefahr Iran warnt und sich militärisch alle Optionen offenhält, hat nicht über Nacht Kreide gefressen. Die USA suchen Kontakte nach Teheran. Warum nicht auch Jerusalem?

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