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Rheinische Post: Afghanistan-Kurs Von Godehard Uhlemannn

    Düsseldorf (ots) - Seit acht Jahren versuchen die USA als Fähnleinführer einer inzwischen 42 Länder umfassenden Armada, Afghanistan zu befrieden und den Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben. Nun fordert ihr Oberkommandierender am Hindukusch einen Strategiewechsel. General McChrystal warnt vor dem Scheitern der Gesamtmission und fordert eine massive Aufstockung der Truppen. Das Ganze kommt einem Offenbarungseid gleich. Die USA glaubten, die von ihnen nach den Anschlägen des 11. September 2001 von der Macht vertriebenen Taliban auf Dauer kurz halten zu können. Nun müssen sie zähneknirschend zugeben, dass sie sich gründlich getäuscht haben. Die Taliban sind auf dem Vormarsch, sie setzten der stärksten Militärmacht der Welt und deren Verbündeten zu. Deren Demütigung stärkt die ohnehin zu allem entschlossenen Islamisten. Allein in diesem Jahr sind mehr als 350 ausländische Soldaten gefallen. In deren Heimatländern werden immer wieder und immer lauter Ausstiegsszenarien gefordert. Die Forderung nach mehr Soldaten wird sich daher politisch kaum durchsetzen lassen. Die Taliban müssen von ihren Unterstützern abgekoppelt werden. Das geht nur über den zivilen Aufbau und die Verbesserung der Lebensverhältnisse.

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