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Rheinische Post: Die Wahl ist noch nicht gelaufen

    Düsseldorf (ots) - von Matin Kessler

    Präzise wie ein Uhrwerk funktionierte bis vor wenigen Wochen der Wahlkampf von Kanzlerin Angela Merkel. In Hessen scheiterte das rot-rot-grüne Bündnis, bei der Bundespräsidentenwahl setzte sich der schwarz-gelbe Amtsinhaber Horst Köhler durch, und die Europawahl ging krachend für die SPD verloren. Diesmal schien Merkel alles richtig zu machen. Der Amtsbonus der Kanzlerin und der sanfte Wahlkampfstil halfen ihr. Doch seit den massiven Stimmenverlusten im Saarland und in Thüringen zeigt die CDU-Vorsitzende Nerven. Den umstrittenen Luftschlag in Afghanistan heilte die Regierungschefin noch mit einer einfühlsamen und mutigen Regierungserklärung, der wichtigsten in ihrer vierjährigen Amtszeit. Beim Duell mit SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zeigte eine anfangs übernervöse Kanzlerin indes leichte Schwächen. Ihren Posten wird Merkel deshalb kaum verlieren, aber die schwarz-gelbe Mehrheit ist ihr längst nicht mehr sicher. Der CDU-Chefin verbleiben noch knapp zwei Wochen, um die Wähler für ihr Wunschbündnis einzunehmen. Dazu muss sie kämpfen und ihren Schlafwagen-Stil aufgeben. Die Bürger erwarten mehr Klarheit, was eine CDU-geführte Regierung für sie bedeutet. Warnschüsse gab es inzwischen genug. Jetzt ist Angela Merkel gefordert.

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