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Rheinische Post: Ganztages-Fußball

    Düsseldorf (ots) - von Robert Peters

    Es soll tatsächlich Menschen geben, die das komplette Wochenende vor dem Fernsehapparat bei der Dauer-Live-Übertragung von Fußballspielen verbracht haben. Die neue Termintafel der 1. und 2. Bundesliga macht das möglich. Ein flächendeckendes Ende des Familienlebens und der Sozialkontakte, wie es Teile der großen Kirchen offenbar befürchten, hat damit aber noch lange nicht begonnen. Und der Ruf nach - von welcher Stelle auch immer - regulierten TV-Zeiten oder Programm-Inhalten geht in einer freien Gesellschaft vollkommen ins Leere. Schließlich hat noch niemand mit dem Erwerb eines Fernsehgeräts die Verpflichtung erworben, Kunde bei privaten Anbietern zu werden oder stets in jenem Moment sein Gerät einzuschalten, da irgendwo Fußball übertragen wird. Das Verantwortungsbewusstsein für die Familie oder die nähere Umgebung entsteht ebenfalls nicht durch die Abwesenheit von Fußball oder Direkt-Übertragungen. Dass die Sender in einem geradezu erschreckenden Ausmaß auf die Ware Fußball vertrauen, ist eine ganz andere Geschichte. Solange sich diese Ware allerdings verkaufen lässt, liegen die Programmgestalter richtig. Den Rest regelt der Markt.

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