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Rheinische Post: Autobauer in der Abwrack-Falle von Thomas Reisener

    Düsseldorf (ots) - Für die Abwrackprämie, mit der die Bundesregierung die Autoindustrie vor dem Absturz bewahren will, hat sie fünf Milliarden Euro Steuergeld bereitgestellt. Ob die teuerste Subvention in der Geschichte der Bundesrepublik der Branche aber wirklich hilft, ist äußerst fraglich. Denn wegen der Abwrackprämie wird ja kein einziges Auto zusätzlich gekauft. Die Kunden ziehen ihre ohnehin geplanten Autokäufe lediglich vor. Nur um die 2500 Euro pro Auto schnell noch mitzunehmen, bevor es die Prämie im nächsten Jahr nicht mehr gibt. Zu den hässlichen Nebenwirkungen solcher Subventionen gehört außerdem, dass sie den Anpassungsdruck von einer Branche nehmen, die Veränderungen dringend bräuchte. Zu den zentralen Problemen des premiumlastigen deutschen Automobilbaus gehört nämlich, das er Autos baut, die kaum noch jemand bezahlen kann. Um technologisch an der Weltspitze zu bleiben, entwickeln Daimler, Mercedes, Audi und Porsche immer neuen Schnickschnack für ihre Nobelkarossen: Bremsscheiben aus Keramik-Carbon, Frontscheinwerfer, die um die Ecke strahlen können und bidirektionale Autoschlüssel aus über 100 Einzelteilen sind ja ganz hübsch. Aber die Gruppe der Firmen und Privatkunden die dafür 70x0e000 Euro und mehr zu zahlen bereit ist, wird offensichtlich immer kleiner.

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