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Rheinische Post: Zukunft der Mullahs

    Düsseldorf (ots) - Von Gregor Mayntz

    Ali Chamenei, Irans eigentlicher Machthaber, weiß selbst am besten, was Straßenproteste bewirken können, wenn sie einmal den Nerv des Volkes erfasst und Hunderttausende zu entschlossenen Freiheitskämpfern gemacht haben: Sie spülen dann ganze Regime weg. Wie Chamenei und Khomeini 1979 den Staat des Schahs. Wenn das geistliche Oberhaupt mit Zugriff auf die militärische wie politische Macht den Appell zum sofortigen Stopp der Demonstrationen mit massiven Drohungen verbindet, dann bestätigt Chamenei damit, dass es längst nicht mehr nur darum geht, die bizarre Häufung von Ahmadinedschad-Stimmen in Wahllokalen mit bis zu 140 Prozent Wahlbeteiligung zu klären. Es geht um die Perspektiven einer immer selbstbewusster ihre Freiheitsrechte einfordernden Generation, die die Entrechtungen unterm Schah-Regime nur noch vom Hörensagen kennt. Sie grollt seit Jahren und hat sich nun entschlossen, mit dem reformerischeren Mussawi ein Zeichen zu setzen. Es geht weniger um Personen. Mussawi ist von Chamenei genau so handverlesen wie Ahmadinedschad. Es geht um die Zukunft des Mullahstaates. Dass die nächsten Tage nicht in eine Tragödie münden, ist eine Hoffnung, keine Gewissheit.

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