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Rheinische Post: Bischöfe und Laien

    Düsseldorf (ots) - Von Gregor Mayntz

    Die geplatzte Wahl eines neuen Präsidenten für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist nicht irgendeine gescheiterte Abstimmung. Das Misstrauen der Bischöfe hat die katholischen Laien schwer getroffen. Denn der Vorgang ist ohne Beispiel. Insofern lässt sich vermuten, dass die fehlende Zwei-Drittel-Zustimmung der Bischofskonferenz für den hessischen CDU-Staatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann nicht allein in seiner Person begründet ist. Zwar bietet Brockmann als Mitgründer der Vatikan-kritischen Organisation "Donum Vitae" Angriffsfläche. Auch mag es sein, dass die üblichen Animositäten zwischen ZdK-Verantwortlichen den Boden für den spektakulären Schritt mit bereiteten. Doch durch dezente Hinweise hätte sich die Erschütterung für den deutschen Katholizismus vermeiden lassen. Das Nein der Bischöfe zu den Plänen der Laien ist deshalb auch als Auseinandersetzung um die Richtung zu verstehen, die die katholische Kirche in Deutschland gehen soll. Der eine oder andere Bischof mag da einen Denkzettel für nötig befunden haben - nicht ahnend, dass die Summe der Unzufriedenheit zur Blockade führte. Nun sind die Bischöfe mit in der Pflicht, einen Ausweg zu finden.

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