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Rheinische Post: Angst in Afghanistan

    Düsseldorf (ots) - von Godehard Uhlemann

    Der Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistans Norden ist weniger ein Taliban-Kommentar zum Überraschungsbesuch von Außenminister Steinmeier am Hindukusch. Er ist eher ein Einstimmen auf die angekündigte Frühjahrsoffensive, mit der die islamischen Extremisten auf die Truppenaufstockung der USA und der Nato reagieren wollen. Auch in anderen Landesteilen ist es zu Anschlägen und schweren Gefechten gekommen. Es zeigt sich, dass die Taliban mit ihrer Guerillataktik offensichtlich versuchen wollen, landesweit eine Atmosphäre der Angst und ein Lebensgefühl tiefer Unsicherheit zu schaffen. Die Amtszeit von Präsident Karsai endet am 21. Mai. Bis zur Präsidentenwahl im August werden die Extremisten versuchen, Afghanistan so weit wie möglich zu destabilisieren. Das schafft man mit Terror auch gegen die eigene Bevölkerung. Der Anschlag auf die Bundeswehr mit einem toten und vier verletzten Soldaten ist auch eine Botschaft an die deutsche Bevölkerung. Die Taliban wissen, dass im Herbst in Deutschland gewählt wird und die Politik unter einem enormen Rechtfertigungsdruck für das Afghanistan-Engagement steht. Steinmeier hat den Afghanen versichert, sich weiter am Wiederaufbau zu beteiligen. Das zeugt von Verlässlichkeit.

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