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Rheinische Post: Keine Entwarnung Kommentar Von Ulli Tückmantel

    Düsseldorf (ots) - Dass sich die Zahl der zurückgegebenen Waffen in NRW verdoppelt hat, ist weder ein Anlass zur Entwarnung, noch ließe sich daraus ein Trend ableiten. Im Gegenteil nimmt die Zahl der privaten Waffen in Deutschland seit Jahren zu und liegt damit im globalen Trend. Von weltweit 875 Millionen Kleinwaffen befinden sich 650 Millionen nicht etwa in Polizei- oder Militär-Arsenalen, sondern im Besitz von Zivilisten. Unabhängige Schweizer Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland auf 100 Einwohner 30 Waffen kommen. Laut Umfragen würde eine Mehrheit der Deutschen (unter dem Eindruck von Winnenden) den zivilen Waffenbesitz am liebsten verbieten. Das klingt nach einer einfachen Lösung, nur geht die wirkliche Gefahr weder von 1,5 Millionen Schützenvereins-Mitgliedern oder 350.000 Jägern aus, sondern einer extrem hohen Dunkelziffer illegaler Waffen. Zwischen 20 und 30 Millionen Schusswaffen sollen die Deutschen zu Hause horten. Wie hoch die zivile Feuerkraft wirklich ist, weiß auch deshalb keiner, weil es in Deutschland weder zentrale Waffenregister noch geregelte Kontrollen der ordnungsgemäßen Aufbewahrung gibt. Jährlich mehr als 12x0f000 beschlagnahmte illegale Waffen wären dafür Anlass genug. Auch ganz ohne Winnenden.

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