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Rheinische Post: Unruhe im Rüttgers-Club

    Düsseldorf (ots) - Von Sven Gösmann

    Als die Strategen in der Staatskanzlei den USA-Trip von Ministerpräsident Rüttgers planten, ahnten sie nicht, welch gewaltiges Medienecho die zur Regierungsroutine gehörende jährliche Bildungsreise ihres Chefs über den großen Teich hervorrufen würde. Die Opel-Krise beschert Rüttgers so viel Aufmerksamkeit, wie er sonst nur als Merkel-Kritiker erhält. Das kann der Rüttgers-Club auf der Habenseite verbuchen. Die Botschaften für das Wahlvolk daheim bleiben jedoch vage: Bei Opel ist noch nichts verloren, aber auch nur Zeit gewonnen. So wichtig und richtig das Signal ist, dass sich Rüttgers in Amerika für Opel einsetzt, so sehr fehlt er in Düsseldorf. Denn in der Landesregierung brodelt es. Dass Rüttgers seine Reise antrat, ohne einen Nachfolger für den zurückgetretenen Verkehrsminister Wittke zu präsentieren, sorgt für Unruhe. Prompt brachen in der CDU überwunden geglaubte Machtkämpfe auf. Dazu kommt die von den Koalitionären selbst verursachte Pleite beim Kommunalwahl-Termin. Mancher in der Koalition fordert von Rüttgers bereits, die zuletzt gepflegte präsidiale Rolle aufzugeben und den Regierungsladen in Ordnung zu bringen. Am Samstag nun kehrt Rüttgers nach NRW zurück. Es wäre gut, wenn aus dem Flugzeug nicht der beschwichtigende Arbeiterführer treten würde, sondern der zupackende Regierungschef.

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