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Rheinische Post: Indien ins Mark getroffen

    Düsseldorf (ots) - Von Godehard Uhlemann

    Der Terror von Bombay hat für Indien eine ähnlich schreckliche Dimension wie die islamistischen Anschläge des 11. September 2001 für die USA. Damals wie heute wurde eine Nation tief getroffen. Die Verwundbarkeit der Gesellschaft tritt offen zu Tage, gleichermaßen ihre Ohnmachtsgefühle, sich gegen solch menschenverachtende Gewalt noch wehren zu können. Bombay, das heutige Mumbai, ist die Finanz- und Wirtschaftsmetropole eines aufstrebenden Staates, der über eine Milliarde Menschen umfasst. Doch eine handvoll Fanatiker kann den Glauben an die Sicherheit seiner Bürger erschüttern. Die Koordinierung der Anschläge, die gezielte Suche nach Amerikanern, Briten, Juden und die Geiselnahmen lassen die Drahtzieher im Umfeld des islamistischen Terrornetzwerkes al Qaida vermuten. Damit wird auch der internationale Ansatz des Terrors offenbar, der nationale Ausprägungen überlagert. Deutlich zeigt sich eine Sicherheitslücke der indischen Abwehr. Solche Anschläge sind von sehr langer Hand vorbereitet. Indien mag im Golf von Aden Piratenboote versenken, doch das Frühwarnsystem im eigenen Land gegen Islamisten funktioniert nicht. Die Anschläge von Bombay sind auch eine frühe Kampfansage an den gewählten US-Präsidenten Obama. Sie werden für ihn der Auftakt einer Reihe außenpolitischer Bewährungsproben sein.

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