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Rheinische Post: Noten-Kompromiss Kommentar VON DETLEV HÜWEL

    Düsseldorf (ots) - Es ist gut, dass der Kopfnoten-Dschungel endlich gelichtet wurde. Das jetzige Verfahren ist alles andere als praktikabel. Eine an sich gute Idee wurde von bürokratischem Wildwuchs überzogen, der Lehrern wie Schülern zu schaffen machte. Künftig werden nur noch drei Bereiche erfasst, aber das dürfte ausreichen, um sich ein Bild von dem Jugendlichen zu machen. Insofern sind Kopfnoten ein Ansporn für junge Leute, in der Schule mitzumachen. Umgekehrt sollten sich Arbeitgeber, die eine Lehrstelle zu vergeben haben, darauf verlassen können, dass die Noten nicht geschönt sind. Leider sind manche Schulen dazu übergegangen, gute Einheitsnoten zu vergeben. Das könnte auf Dauer das ganze Kopfnoten-System im Misskredit bringen. Man darf wohl davon ausgehen, dass Ministerpräsident Rüttgers größtes Interesse daran hatte, die leidige Kopfnoten-Diskussion noch vor den Herbstferien zu beenden. Der Druck aus der Staatskanzlei war offenbar so groß, dass sich mancher Abgeordneter der Regierungsfraktionen übergangen fühlte. Immerhin konnte gestern ein Streit über nur noch zwei oder vier Kopfnoten verhindert werden. Mit drei Noten traf man sich auf der Mitte. Jetzt muss der Kompromiss seine Praxistauglichkeit erweisen.

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