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Rheinische Post: SPD - Es geht jetzt erst los

    Düsseldorf (ots) - Von Thomas Seim

    Die SPD profitiert vom Wechsel. In nur drei Tagen stieg die Partei in einer Umfrage um vier Punkte. Ob die SPD sich mit ihrer Personal-Rochade von Beck zum Duo Müntefering/Steinmeier tatsächlich dauerhaft aus ihrem Tief kommt, ist nicht entschieden. Es hängt davon ab, ob der designierte Parteichef Müntefering nachhaltig die Führungshoheit in der SPD gewinnt. Daran sind seit gestern Zweifel zulässig. Kurt Beck, der Geschlagene, hat zwar Solidarität mit der neuen Führung versprochen, ihre Mitarbeiterriege aber der Intrige bezichtigt. Solange dieser Verdacht nicht ausgeräumt ist, bleibt ein Risiko. Ein zweites wird die neue Führungsstruktur. Müntefering hat seinen Vertrauten Kajo Wasserhövel zum neuen Bundesgeschäftsführer berufen. Vor drei Jahren war Müntefering an dessen Berufung zum Generalsekretär gescheitert. Zwei Dinge sind bemerkenswert: Müntefering wagt es offenbar nicht, Wasserhövel erneut als Generalsekretär vorzuschlagen. Zweitens: Das Vertrauensverhältnis zwischen Wasserhövel und Müntefering ist so groß, dass dazwischen kein Platz für den Generalsekretär sein dürfte. Hubertus Heil läuft Gefahr, zum Grüßaugust zu werden. Oder er findet einen anderen Job, zum Beispiel ein Ministeramt. Aber für wen? Und wie lange trägt dann der Frieden? Es geht jetzt erst richtig los für die SPD. In den Umfragen. Aber auch mit den Intrigen. Man darf gespannt sein.

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