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Rheinische Post: Salami-Taktik der Telekom

    Düsseldorf (ots) - von Silke Fredrich

    Die Telekom spielt auf Zeit. Obwohl Konzernchef René Obermann auf rasche und lückenlose Aufklärung drängt, gesteht der Konzern erst dann Fehler ein, wenn sie sich nicht mehr geheim halten lassen. Erst sprach das Unternehmen von einem Einzelfall einer versehentlichen Bespitzelung, bei dem sie es nicht mal für nötig hielt, den Bespitzelten darüber in Kenntnis zu setzen. Mittlerweile zeichnen sich in der Affäre Methoden ab, die unfassbar sind. Doch immer noch will niemand Schuld sein. Kein Konzernchef, kein Manager, kein Aufsichtsrat. Vielmehr posaunen sie stolz in die Welt, wie toll sie seinerzeit den Konzern im Griff gehabt hätten. Wie sie fleißig gespart oder umstrukturiert und ganz nebenbei noch einige tausend Mitarbeiter vor die Tür gesetzt hätten. Ganz geräuschlos, ohne viel Staub aufzuwirbeln. Die Salami-Taktik wird am Ende nicht aufgehen. Der Imageschaden ist schon jetzt beträchtlich, und das Widerherstellen einer Vertrauensbasis im Unternehmen wird fast unmöglich sein. Was noch schlimmer ist: Die Telekom ist kein Einzelfall. VW nutzt Prostituierte, um Betriebsräte gefügig zu machen. Siemens schmiert Auftraggeber in der ganzen Welt. Das zeigt, dass der Corporate-Governance-Kodex, das freiwillige Regelwerk der Wirtschaft, oft nicht funktioniert. Bericht: Spitzelaffäre, Titelseite

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