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Rheinische Post: Milch-Heuchelei

Düsseldorf (ots) - Von Alexander von Gersdorff Am Milchmarkt lässt sich derzeit ein hohes Maß an Heuchelei studieren. Da ist zunächst der für Landwirtschaft zuständige Minister Seehofer, ein Meister des Populären. Der CSU-Politiker nutzt die Chance, Mindestpreise und höhere Subventionen zu fordern. Diese kommen schließlich aus Brüssel. Dass die Deutschen auf diesem (Um-)Weg eine künstlich billig gehaltene Milch dann doch teuer über Steuern bezahlen, sollen sie nicht merken. Aber auch so mancher Verbraucher, der Sympathie für die streikenden Milchbauern hegt, muss sich fragen lassen, ob er nicht zweierlei Maß ansetzt, Motto: Alle Nahrungsmittelpreise sollen gefälligst zu ihrem früheren Niveau vor der Preisexplosion im vergangen Herbst zurückkehren. Nur die Milch darf gerne deutlich teurer sein, der gebeutelten heimischen Milchbauern zuliebe. Im Supermarkt greifen sie aber doch zum preisgünstigsten Produkt. So kann auf Dauer kein Markt funktionieren, und dazu gehört auch der Markt für Milchprodukte. Permanente Überkapazitäten übersteht auf Dauer keine Branche. Die Chance der Bauern liegt darin, sich so zu organisieren, dass sie Quoten legal abstimmen und als starker Verhandlungspartner einen aus ihrer Sicht angemessenen Preis durchsetzen können. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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