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Rheinische Post: Erschrecken über das Unfassbare

Düsseldorf (ots) - Von Jens Voss Im Fall der entführten und jahrelang gefangen gehaltenen Natascha Kampusch glaubte man, dass die Fassungslosigkeit nicht mehr gesteigert werden könnte. Ein Irrtum, denn nun erreichen uns die Meldungen über diesen neuen Fall in Österreich: Ein Vater hält seine Tochter 24 Jahre in einem Verlies versteckt und missbraucht sie. Wieder sucht man hilflos nach Kategorien, um dieses monströse Geschehen einzuordnen - denn wer will von verstehen reden? Das Schlimme ist: Die gängigen Kategorien versagen. Das Böse? Der Fall zeigt eher, wie ein Herz absolut dumpf wird, wie Mitgefühl und alles, was Mutter Natur uns an Reflexen zum Schutz von Kindern mitgegeben hat, von unfassbar seelenloser Triebhaftigkeit begraben wird. Also Krankheit? Dazu hat dieser Mann seine Beute zu perfekt getarnt, zu raffiniert gelogen, war zu lange und zu bösartig der klar planende Herr dieses widerwärtigen Geschehens. So mag man auch nicht von Krankheit reden. Am Ende bleibt Beklemmung: Die Außenseite dieses Mannes wirkte so intakt, dass offenbar niemand den Abgrund dahinter ahnte. Das ist kein billiger Ruf nach Schuldigen, eher ein Moment tiefen Erschreckens über das, was aus Menschen werden kann, ohne dass man es bemerkt. Tun kann man wenig: wach bleiben und das, was glückt zwischen uns, noch etwas inniger behüten. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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